Die Grundlage der Amblyopiebehandlung: Das Augenpflaster

Es ist nicht gerade beliebt bei Kindern, aber eine notwendige Maßnahme in der Amblyopie-Behandlung – das Augenpflaster. Nicht zu Unrecht setzen Augenärzte so beständig auf den Einsatz des Augenpflasters, denn bei genauerer Betrachtung des Krankheitsbildes und den Behandlungsmöglichkeiten hat das Augenpflaster einen bestechend einfachen Zweck: Das schwache Auge zu fördern und fordern!

Bei einer Amblyopie bildet das eine Auge gegenüber dem anderen eine Sehminderung aus. Das geschieht oft bereits in der frühkindlichen Seherwerbsphase. Organische Ursachen dafür können zwar als Umstände auftreten, die eventuell zu einer Amblyopie führen, doch die Amblyopie selbst beruht auf einer ungenügenden neuronal-kognitiven Verarbeitung des Sehsinns im Gehirn. In der Folge „verlernt“ das betroffene Auge das Sehen mehr oder weniger und eine Amblyopie ist entstanden.

Das schwache Auge fördern

Um dieses Defizit wieder auszugleichen, wird das „schwache Auge“ zum Sehen gezwungen, indem das „starke Auge“ abgedeckt wird. Dies wird unter Ärzten auch als die Okklusionsmethode bezeichnet; daher gibt es auch die abweichende Bezeichnung Okklusionspflaster. Sinn dieser Methode ist, dass das schwache Auge quasi „trainiert“ wird. Stellen Sie sich das wie beim Sport vor: Ohne Training kann man auch keine super Leistung bringen!

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Es gibt verschiedene Varianten der Okklusionstherapie

Für bestimmte Ausprägungen der Amblyopie wird von einigen Augenärzten auch die sogenannte Penalisationsmethode angewendet. Dabei wird in das starke Auge eine spezielle Flüssigkeit getropft, die ähnlich wie ein Augenpflaster das Sehen des betreffenden Auges behindern soll. Weiterhin werden bei der Penalisation in der Regel auch Sehhilfen eingesetzt, denn Ziel der Behandlung ist es vor allem, ein bestimmtes Verhältnis der Sehleistung beider Augen im Sinne eines Führungsauges und eines geführten Auges herzustellen, aber nicht ein Auge vollständig vom Sehprozess auszuschließen.

Auch unter den Augenpflastern haben sich verschiedene Formen entwickelt. Die geläufigste Form ist wohl das lichtundurchlässige Augenpflaster, mit dem ein Auge komplett vom Sehen ausgeschlossen werden kann. Es gibt aber auch lichtdurchlässige Varianten, indem mit Klebefolien für Brillen eine nur teilweise Reduzierung von Sehreizen erreicht wird. Spezielle Okkluder aus Stoff wirken ähnlich und werden über das Brillenglas gezogen. Alternativ zum Augenpflaster und Klebefolien gibt es auch eine weniger verbreitete Art lichtundurchlässiger Kontaktlinsen (sogenannte Okklusionslinsen), die mitunter auch für die Okklusionsmethode eingesetzt werden.

Die Tragedauer des Pflasters bestimmt Ihr Augenarzt individuell

Wie lange das Kind täglich „Abkleben“ muss, bestimmt Ihr behandelnder Augenarzt oder Ihre Orthoptistin individuell. In diese Entscheidung spielen verschiedene Faktoren hinein: die Schwere der Amblyopie, der bisherige Behandlungsverlauf, das Alter des Kindes, und gegebenenfalls Ihre individuellen Lebensumstände. Wichtig ist, dass Sie sich so gut wie möglich an diese Vorgaben halten.

Probleme mit dem Augenpflaster

Auch wenn es heute eine ganze Reihe von Möglichkeiten für die Okklusionsbehandlung gibt und auch das ehemals schnöde Augenpflaster heutzutage im frechen Piraten- oder pinkfarbenen Prinzessinen-Style daherkommen kann, ist das für die betroffenen Kinder nur ein kleiner Trost, denn das Pflaster fällt im Kindergarten auf. Außerdem stellt es ebenso wie die Amblyopie – denn das starke Auge ist ja verdeckt – eine erhebliche Einschränkung der Sehfähigkeit im Alltag dar. Zu allem Überfluss ist die Okklusionsmethode oft auch nicht von kurzer Behandlungsdauer. Für die betroffenen Kinder, die damit Ihren Alltag in Kindergarten oder Schule bewältigen sollen, wird das Augenpflaster dadurch leicht zum Hass-Gegenstand überhaupt. Die Folge ist, dass Kinder das Augenpflaster heimlich entfernen, wodurch der Behandlungserfolg gefährdet ist. Augenärzte wissen dadurch oft nicht, wie lange Ihre Patienten ein Augenpflaster auch tatsächlich tragen. Das regelmäßige und konsequente Abkleben ist allerdings äußerst wichtig für eine erfolgreiche Therapie!

Auch Augenärzte täten sicher gerne anderes, als Ihre Patienten mit einem Augenpflaster zu ärgern. Die Effektivität des Augenpflasters ist aber nicht von der Hand zu weisen. Es ist es eben nicht so, dass ein Augenpflaster durch andere Methoden adäquat ersetzbar wird.

Den Behandlungseffekt steigern

Da es nun gilt, sich mit dem Augenpflaster zu arrangieren, sollte die Okklusionsphase für die betroffenen Kinder so angenehm wie möglich gestaltet werden. Der Idealfall ist es, wenn durch den Einsatz ergänzender Mittel die Effektivität der Behandlung mit dem Augenpflaster gesteigert werden kann. So können sich bestenfalls Behandlungserfolge eher einstellen oder gar bessere Ergebnisse als bei einer Okklusion allein erzielt werden. Das motiviert Kinder zur Behandlung und Augenärzte haben eher die Möglichkeit, für Ihre Patienten ein Tragen des Augenpflasters auf Teilzeit zu verordnen.

Das Augenpflaster kann hier wertvolle Dienste leisten, denn viele Übungen setzen darauf, die Übungsintensität auf das schwache Auge zu konzentrieren. Die Orthoptistinnen in Ihrer Sehschule sind ein guter Ansprechpartner für gezielte Sehübungen. Aber auch klassische Naharbeiten wie Ausmalen werden häufig empfohlen.

Auch das Verfahren der Caterna Sehschulung beruht darauf, das schwache Auge gezielt zu stärken. Das Wellenmuster im Hintergrund der Online-Spiele stimuliert das Gehirn effektiv dazu, das schwache Auge wieder stärker zu aktivieren. Das Augenpflaster sollte dabei natürlich getragen werden. Ein guter Nebeneffekt: Mit den Spielen lässt sich die tägliche Tragedauer interessanter für den kleinen Patienten gestalten! So kann die Caterna Therapie auch den Spaß an der Amblyopiebehandlung und die Motivation für die Okklusion erhöhen. Die Caterna Sehschulung ist so eine effektive Ergänzung zur klassischen Okklusionstherapie.

Auch wenn Ihr Kind das Augenpflaster manchmal verfluchen mag, so ist es doch ein „notwendiges Übel“ und immer noch die beste Möglichkeit eine Amblyopie erfolgreich zu therapieren. Wenn die Amblyopie nicht erfolgreich behandelt wird, wird das Kind wahrscheinlich den Rest seines Lebens mit den Einschränkungen der Amblyopie leben müssen. Ergänzende Angebote und Übungen sind eine gute Idee, um die Therapie zu beschleunigen und angenehmer für Ihr Kind zu gestalten.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie Eltern und Bezugspersonen Ihren Schützlingen während der Okklusionstherapie beistehen können.