Caterna Elterninfo – Was ist eigentlich eine Amblyopie?

Bei Ihrem Kind wurde eine verminderte Sehleistung – eine sogenannte Amblyopie – diagnostiziert. Aber was ist das eigentlich?

Als Amblyopie – aus dem Griechischen von Amblyopia, stumpfes Auge – bezeichnet man eine Sehschärfenminderung des Auges, obwohl die organischen und neuronalen Voraussetzungen für gutes Sehen gegeben sind oder es einmal waren.

Normalerweise werden die Bilder, die beide Augen an das Gehirn senden, gleichmäßig verarbeitet. Bei Kindern kann es in der Entwicklungsphase jedoch vorkommen, dass ein Auge ein schärferes Bild liefert. Dann wird dieses Auge vom Gehirn bevorzugt und die Sehleistung kann sich auf dem schwächeren Auge nicht richtig entwickeln. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Amblyopie.

Eine Amblyopie sollte rechtzeitig behandelt werden.
In Deutschland sind etwa 6 % aller Kinder von einer Amblyopie betroffen. Wichtig ist es, dass eine solche Sehschwäche rechtzeitig erkannt wird, da sie sich nach Vollendung der Sehentwicklung im frühen Teenageralter in der Regel nur noch schwer korrigieren lässt.

Die verschiedenen Formen einer Amblyopie. 

Je nach Ursache der Entstehung unterscheidet man unterschiedliche Formen der Amblyopie. Am häufigsten kommen davon die Schiel-Amblyopie und Refraktions-Amblyopie vor.

  1. Suppressions-Amblyopie (Schiel-Amblyopie)
    Bei rund der Hälfte aller Fälle handelt es sich um eine Suppressions-Amblyopie, die zum Beispiel beim Schielen (Strabismus) auftritt. Durch die Fehlstellung eines Auges würde das Kind ein Doppelbild wahrnehmen. Deshalb blendet das Gehirn das störende Bild, das vom schielenden Auge gesendet wird, einfach aus (Suppression). So wird allerdings das schwächere Auge immer weiter „abgeschaltet“ und eine Amblyopie entsteht.
  2. Amblyopien durch Refraktionsfehler
    Wenn das rechte und das linke Auge unterschiedlich von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Stabsichtigkeit (Astigmatismus oder auch Hornhautverkrümmung) betroffen sind, kann es auch zu einer Amblyopie kommen. Eine solche unterschiedliche Fehlsichtigkeit beider Augen nennt sich in der Fachsprache Anisometropie. Zum Beispiel könnte ein Auge weitsichtig und das andere kurzsichtig sein. Bei einem Unterschied von 4 Dioptrien und mehr steigt hier das Risiko einer Amblyopie.
  3. Andere Formen von Amblyopie
    Außerdem können Amblyopien durch Reizdeprivation (Reizentzug) entstehen. Zum Beispiel bei angeborenem Grauen Star, hohen beidseitigen Fehlsichtigkeiten, Verletzungen der Hornhaut oder bei Lidfehlstellungen (Ptosis). Durch den verminderten oder völlig fehlenden Sehreiz auf der Netzhaut kommt es zur Ausbildung einer Amblyopie. Oft finden sich auch Mischformen, wie  zum Beispiel bei schielenden Kindern mit hohen Fehlsichtigkeiten.

Der Schweregrad einer Amblyopie ist am Visus (Sehschärfe) messbar.
Eine weitere Einstufungsmöglichkeit für Amblyopien ist der Schweregrad, der sich an der Sehschärfe (Visus) orientiert. Visuswerte zwischen 0,4 und 0,8 werden als leichte Amblyopie bezeichnet. Bei einem Visus zwischen 0,1 und 0,3 liegt eine mittelgradige Amblyopie vor. Sehschärfen unter 0,1 werden als hochgradige Amblyopie eingestuft.

Die Diagnose stellt die Orthoptistin oder der Augenarzt.
Nach gründlicher Diagnostik in einer Augenarztpraxis wird Sie Ihr Arzt oder Ihre Orthoptistin darüber informieren, welche Behandlungsmöglichkeiten es für Ihr Kind gibt und wie die Prognose für das jeweilige Krankheitsbild aussieht. Wertvolle Informationen und Tipps finden Sie auch auf der Homepage des Berufsverbandes der Deutschen Orthoptistinnen*.(www.orthoptik.de)

*Orthoptistinnen sind Fachkräfte in der Augenheilkunde, deren Spezialgebiete die Strabologie(Schielerkrankungen) und Neuroophthalmologie (Neurologisch bedingte Augenerkrankungen) darstellen.

 Mit einer Therapie sollte sofort begonnen werden.
Wird eine Amblyopie diagnostiziert gilt es keine wertvolle Zeit zu verlieren. Beginnen Sie möglichst schnell und konsequent mit der Therapie. Das gilt besonders bei spät entdeckten Amblyopien, zum Beispiel kurz vor der Einschulung. Nicht behandelte Sehschwächen können sich negativ auf die Entwicklung Ihres Kindes auswirken, beispielsweise bei der Berufswahl und beim Erwerb der Fahrerlaubnis. Im schlimmsten Fall – bei Verlust der Sehfähigkeit des gesunden Auges durch einen Unfall oder eine schwere Entzündung – ist es wichtig, ein „Reserveauge“ zu haben, welches die Umwelt auch allein perfekt wahrnehmen kann.

Die Caterna Sehschulung unterstützt.
Die Caterna Sehschulung wurde für Kinder mit Amblyopie entwickelt. Die innovativen Online-Sehübungen ergänzen und beschleunigen die übliche Klebetherapie mit dem Augenpflaster. Die Stimulationstherapie findet in Form von spannenden und abwechslungsreichen Online-Spielen statt. Das Geheimnis des Erfolgs ist ein spezielles Wellenmuster im Hintergrund der Spiele, das die Sehleistung effizient erhöht. Das Beste: Die Schulung kann kinderleicht Zuhause durchgeführt werden. Ideal ist es, wenn die Caterna Sehschulung im Alter von vier bis zwölf Jahren angewendet wird.

Fragen zur Caterna Sehschulung? Wir informieren und beraten gerne unter der (0331) 86 75 08-77 oder kundenservice@caterna.de.

 

Mehr Informationen zu Amblyopie:
Herbert Kaufmann, Strabismus, 3. Auflage 2004 (S. 243-248, 256-258)

Leitlinie Nr.26 a Amblyopie der BVA/DOG, Stand: November 2010, http://augeninfo.de/leit/leit26a.pdf

www.orthoptik.de