Es werde Licht! ‒ Über die Bedeutung von Licht fürs Sehen

Wir können hören, riechen, schmecken, tasten und sehen. Der Mensch ist mit fünf Sinnen ausgestattet und er nutzt sie permanent und unbewusst, und das von Anfang an seit der ersten Sekunde seines Lebens. Dadurch sind unsere Sinne eng mit unserer Wahrnehmung verbunden und wir nehmen sie wie selbstverständlich hin. Der Mensch kann sehen. Das klingt banal, aber dahinter verbirgt sich Erstaunliches.

So können wir zum Beispiel Gegenstände, deren Unterschiede in Form und Farbe, aber auch Bewegungen und Entfernungen wahrnehmen. Außerdem ist der Sehsinn auch an anderen essenziellen, menschlichen Fähigkeiten, wie dem Gleichgewicht halten, beteiligt. Und das Sehen funktioniert auch blitzschnell und wenn nötig innerhalb von Sekundenbruchteilen. Nur so war es möglich, dass der Mensch nicht nur Sammler war, sondern sich den Sehsinn beispielsweise auch auf der Jagd zunutze machen konnte. Das alles kann Sehen. Das ist eine ganze Menge und dahinter steckt ein komplexer Vorgang, an dem verschiedene Bereiche des menschlichen Organismus beteiligt sind, die zusammen das visuelle System ergeben.

Ohne Licht kein Sehen

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Alles beginnt mit Licht und dem Auge, einem Organ, das für sich genommen bereits so hochkomplex wie das Sehen selbst ist. Das menschliche Auge ist mit weit mehr als 100 Millionen lichtempfindlichen Nervenzellen, sogenannten Fotorezeptoren, ausgestattet, die auf der Netzhaut verteilt sind. Diese Fotorezeptoren sind für eine Hell-Dunkel- und eine Farbwahrnehmung zuständig. Mit ihnen kann direktes oder von Dingen zurückgeworfenes Licht und sein Farbspektrum erfasst werden. Ohne Licht also kein Sehen.

Der Begriff Fotorezeptor deutet es bereits an: das Auge funktioniert ähnlich einer Kamera. Ein Seheindruck wird als einfallendes Licht über Hornhaut und Linse aufgenommen und mittels Pupille weiterverarbeitet. So kann das Licht auf der Netzhaut gebündelt werden. Von dort wird es per elektrische Nervenimpulse als Information über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden diese Informationen ausgewertet und die Bildinformationen beider Augen kombiniert; erst dadurch wird eine optische Wahrnehmung und räumliches Sehen möglich. Insgesamt ist das Sehen also das Resultat einer Kombination aus physischen (Auge) und psychischen (Gehirn) Vorgängen. Was wir dabei sehen, sind genau genommen also Bilder aus Licht.

Und es werde Licht! Das Auge sieht’s, der Kopf versteht‘s.