Klinische Studien zur Caterna Sehschulung

Bereits 1995 begann an der Technischen Universität Dresden eine Forschungsgruppe mit der Entwicklung einer computerunterstützten Sehschulung bei Amblyopie. Das innovative Verfahren wurde in zwei klinischen Studien untersucht und in den Folgejahren bis zur fertigen Praxisanwendung weiter entwickelt.

In mehreren Studien (Pilot-, prospektive multizentrische – sowie Anwendungsstudien) konnte die Wirksamkeit der Sehschulung als Ergänzung zur Okklusion gezeigt werden

Wirkungsweise der Sehschulung

Bei Amblyopie ist die Interaktion zwischen Form- und Bewegungssehen gestört, d.h. die Impulse der verschiedenen visuellen Kanäle können nicht synchronisiert werden.

Bei der Online –Therapie wird die förderliche Wirkung driftender Lichtstreifen (Sinusoidal-gittern) auf das Fixationsverhalten amblyoper Augen genutzt durch synchrone Stimulierung  der Bewegungs- und Formkanäle.

Probanden

Je nach Studiendesign wurden bis zu 203 Amblyopiepatienten im Alter von 3-14 Jahren per Zufall der Placebo-(neutraler grauer Hintergrund mit PC-Spielen im Vordergrund) bzw. der Verumgruppe (driftendes Sinusgitter mit PC-Spielen) zugeordnet.

Methode

Die Sehschulung wurde sowohl in der Klinik als auch als Heimschulung 2mal tägl. für 20 min über einen Zeitraum von 14 Tagen bis 6 Monate zusätzlich zur Okklusion durchgeführt. Die Prüfung des Nah- (40 cm Abstand) und Fernvisus (4m Abstand) erfolgte entsprechend der Din-Norm (korrekte Erkennung von 4 der 6 Sehzeichen) mit Landoltringen und zwar als Reihenoptotypen und als Einzeloptotypen durch einen verblindeten Prüfarzt (Zuordnung zur Placebo-bzw. Verumgruppe war nicht bekannt).

Ergebnisse

Nach Abschluss der Okklusionsbehandlung lässt sich durch Fortsetzung der Therapie  mittels der Kombination Okklusion / Sehschule  in der Verumgruppe im Vergleich zur Placebogruppe  nochmals eine zusätzliche Verbesserung des Nah- und Fernvisus um durchschnittlich zwei Visusstufen erreichen.

Fazit

Das Verfahren ist geeignet eine unter Okklusion stagnierende Visusentwicklung zu stimulieren und insbesondere Trennschwierigkeiten, d.h. das korrekte Erkennen von Buchstaben- und Zahlenreihen zu verbessern.

Hier finden Sie eine Auswahl der Studien und Veröffentlichungen:

1998 – Pilotstudie, unterstützt von der Roland Ernst Stiftung und vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst: Der prototypische Stimulator zur Behandlung von Amblyopie wurde erstmals klinisch erprobt.

2001 – Computerunterstützte Sehschulung bei Amblyopie II: Eine multizentrische prospektive Studie der Roland Ernst Stiftung begleitete die Behandlung von rund 200 Kindern mit Amblyopie zwischen 4 und 14 Jahren.

2001 – Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde: Unterstützende Amblyopiebehandlung durch Computerspiele mit Hintergrundstimulation: Eine placebokontrollierte Studie

2008 – Strabismus: Long-Term Application of Compute Based Pleoptics in Home Therapy: Selected Results of a Prospective Multicenter Study

2012 – Der Augenspiegel, Veröffentlichung Anwenderbericht „Stimulationstherapie bei Amblyopie“

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